INFO: 377.1755286

English English

St. Gabriel

St. Gabriel von der Schmerzensreichen kommt am 1. August 1838 in Assisi zur Welt und wird am selben Abend in der Kathedrale von San Rufino getauft - im selben Taufbecken, in dem auch der hl. Franziskus, dessen Namen er tragen wird, getauft wurde.

Schon früh lernte er die Unbillen des Lebens kennen, nämlich als er vierjährig seine Mutter sterben sah. In der Zwischenzeit verlässt sein Vater, ein Regierender des päpstlichen Staates, Assisi, um mit der Familie in die prestigeträchtige Stadt Spoleto (Provinz Perugia) zu ziehen. Hier verbringt Gabriele seine Kindheit und Jugend bis zum achzehnten Jahr. Er wächst zu einem willensstarken und lebhaften Kind heran, das mit seinen Geschwistern in den großen Sälen des Palastes herumtollt. Er lernt zu beten, bereitet aber seinem Vater auch einige Kopfschmerzen, vor allem wenn er versuchte, die Unbändigkeit seines Sohns zu kontrollieren. Er zeigte sich auch mitfühlend, vor allem mit den Armen. Er ließ sich oft, gekleidet nach der neuesten Mode, in den Salons der Stadt sehen.

Er bekam die Beinamen "Tänzer" oder auch "Galan", allerdings ging er keine moralischen Kompromisse ein. Unter seinen eleganten Kleidern drückte manchmal der Bußgürtel. Mit seiner Ausstrahlung und dem ansprechenden Äußeren gefiel er vor allem den jungen Frauen in Spoleto.

Dann überstürzen sich die Ereignisse; Gevatter Tod besucht die große Familie oft und es gibt eine Reihe von Begräbnissen, unter anderen auch das der Lieblingsschwester Luisa. Und so hält ein altes Vorhaben von Gabriele wieder in seinem Kopf Einzug: nämlich sich Gott ganz zu weihen und ein religiöses Leben zu führen. Er hatte dies schon einmal im Alter von 12 Jahren gelobt, als ihn eine Erkrankung der Atemwege beinahe das in den Erstickungstod geführt hatte.

Beriets 15 Tage später beginnt er das Noviziat bei den Passionisten in Morrovalle in der Provinz Macerata. Er ist jetzt achzehneinhalb Jahre alt. Seine Entscheidung für das religiöse Leben ist radikal und irreversibel. Er erklimmt schnell und ohne großen Aufhebens die Leiter zum heiligen Leben, und er tut dies durch ein eher einfaches Leben mit den Heldentaten des Alltags und der aufopfernden Hingabe für die Madonna der Schmerzen.

Die letzten zwei Jahre verbringt er im Konvent der Passionisten am Fuße des Gran Sasso (Bergmassiv in den Abruzzen bei Teramo - Anm. d. Ü.). Obwohl er an Tuberkulose erkrankte, hört er nicht auf, weiterhin das übliche unbequeme Leben eines Ordensmanns zu führen und bestand darauf, zur heiligen Messe gebracht zu werden. Seine Fröhlichkeit erhält er ebenso aufrecht, eine Fröhlichkeit, die seine Mitbrüder so sehr anzog, dass sie ihn ständig am Krankenbett besuchten. Tatsächlich gilt er heute auch als der Heilige der Freude. Noch bevor es zur Priesterweihe kommt, stirbt Gabriele am Morgen des 27. Februar 1862. Er wurde nur 24 Jahre alt.