Vorwort des Regisseurs
Ich befinde mich hier am Fuße des Gran Sasso (großer Stein - anm. d. Ü) in Castelli, Provinz Teramo, in jenem öffentlichen Garten, der Maria di Gregorio gewidmet wurde. Sie gründete zusammen mit Leo Amici das "kleine Dorf außerhalb der Welt" bei Monte Colombo in der Provinz Rimini. Sie nennen ihn den "großen Stein" und auch den "schlafenden Riesen". Unter dem Profil, das an einen Menschen erinnert, der sein Gesicht dem Himmel zuwendet, in seinen Ausläufern also findet sich eine Ansammlung von Dörfern, Städten, Häusern, von Leben... sowohl heutiges als auch vergangenes. Hier wurde Maria geboren.
Und deshalb habe ich mich auch hierher begeben: ich bin Teil der Geschichte von Leo Amici, von Maria und der Stiftung Leo Amici, die das Musical "Il silenzioso sospiro d'amore" (ein lautloser Hauch von Liebe) produziert hat. Es erzählt vom Heiligen Gabriel von der Schmerzensreichen. Nur wenige Kilometer sind es bis zur Stadt Isola del Gran Sasso, bis zur Wallfahrtskirche des Heiligen Gabriel. Viel Leben, viel Kampf und viel Großartigkeit also am Fuße dieses majestätischen Giganten.
Auch St. Gabriel - mit bürgerlichem Namen Francesco Possenti - spürte, wie sich die Seele erhebt und mit Freude erfüllt, als er zwischen den Gipfeln und Wiesen des Gran Sasso (er verbrachte hier die letzten beiden Jahre vor seinem frühen Tod mit 24 Jahren) seine Spaziergänge machte und mit seinen Augen die Schönheit Gottes erforschte. Während seiner Wanderungen meditierte er über die Geheimnisse und Fragen unseres Lebens, auch wie so viele von uns. Vor allem auch die Jugend stellt sich diese Fragen, bevor sie von den weltlichen Vorbildern vom natürlichen Werdegang und von dem, was unsere wahre Natur für uns bereithält und vor welche Entscheidungen sie uns stellt, abgelenkt wird...
Das ist es, was St. Gabriel am meisten von allem fürchtete: die weltlichen Versuchungen, die er verurteilte als Nutzlosigkeiten, zu nichts zu gebrauchen, vorübergehend, sterblich und also auch endlich und nicht etwa immerwährend so wie die Ewigkeit, als deren Teil er sich betrachtete.
Im Alter von 4 Jahren wurde er Waise, und so fand er Trost in der Figur der Jungfrau Maria, zu der er sich flüchtete und in der er den Schutz suchte, den ihm seine verstorbene Mutter nicht mehr geben konnte.