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VIERZEHNTE SZENE

Was wird er wohl gesehen haben?

Die Frau aus der ersten Szene beendet die Lektüre, immer noch das Buch in der Hand

Frau

... Gabriele, Gabriele. Hier steht, dass er den Tod nicht fürchtete... Ich fürchte mich immer
noch davor. Wie schön wäre es, ohne diese Angst, ohne den Kampf zu sterben, sich selbst
und allen, die betroffen sind, nur Frieden zu hinterlassen, so wie Gabriele es tat... Gott ist wie
ein Feuer - je mehr Du dich annäherst, desto mehr spürst Du seine Wärme, je weiter weg
du bist, desto kälter wird dir. Dies kann nur der Glaube lösen, ein Glaube, der überlegt, gefühlt,
und mit Händen greifbar ist... Was ist wohl im Augenblick seines Todes passiert? Was wird er
wohl gesehen haben? Das steht hier nicht... das kann hier gar nicht stehen!

FÜNFZEHNTE SZENE

Gabrieles Tod

Gabriele liegt auf seinem Sterbebett, mit einer Decke über den Beinen und dem Kruzifix
in Händen. Padre Norberto ist bei ihm. Die Dame des weißen Todes tritt herein, mit dem Gesicht der
so verehrten Ikone, und umgibt ihn mit ihrem Schleier.

 

LA FIAMMA DELLA VITA
(Die Flamme des Lebens)

V. Pasini - L. Militello - A. Tosi

Gabriele

Ich werde dich finden
wo immer du auch bist
Ich werde dich finden
Und du wirst mein Licht sein
Mein Selbst werde ich aufgeben
Und es zum Kreuz bringen
Um mit Dir wieder zu erstehen
Im Anmut Deiner Liebe

Padre Norberto

Es ist nicht die Sonne
oder die Wärme
Es ist die Flamme des Lebens
mit Dir
Es ist kein Feuer
Es ist nur Liebe
Es ist die Flamme des Lebens
an Deiner Seite
an Deiner Seite

Gabriele

Ich werde dich finden
wo immer du auch bist
Die Wunden werde ich heilen
Ich werde den Kampf gewinnen
Ich werde frei sein
Wenn Du nur bei mir bist
Ich werde Liebe geben
Indem ich sie Dir schenke

Bianca Morte

Es ist nicht die Sonne
oder die Wärme
Es ist die Flamme des Lebens
mit Dir
Es ist kein Feuer
Es ist nur Liebe
Es ist die Flamme des Lebens
an Deiner Seite

Insieme

Meine Liebe wird
eine Deiner Noten sein
die sich als gesungene
Melodie erheben wird
Auf ewig
Werde ich bei Dir sein
Auf ewig
wirst Du mein Leben sein

Gabriele

Es ist nicht die Sonne
oder die Wärme
Es ist die Flamme des Lebens
mit Dir
Es ist kein Feuer
Es ist nur Liebe
Es ist die Flamme des Lebens
an Deiner Seite
an Deiner Seite

E morto

Gabriele Ich habe meine Reue gezeigt. Vater, Vater, bitte
erteilt mir Absolution... Mutter Maria, bitte mach schnell...

Stimme ... plötzlich nimmt sein Gesicht einen lächelnden und hingebungsvollen Ausdruck an und er öffnet die Augen und wendet sich wie süchtig geworden nach links, zur halben Höhe, wo er etwas Erhabenes, etwas ihn Liebendes zu sehen scheint. Ihm stockt der Atem vor Liebe zu dieser Vision. Und so, ohne auch nur die kleinste persönliche Regung zu zeigen, hört er auf, zu atmen und geht von dieser Welt wie jemand, der einschläft, die Augen auf diesen Punkt gerichtet und mit einem Lächeln...

Der weiße Tod lässt seinen Schleier fallen, und Gabriele ist verschwunden. Auf dem Tuch jedoch sieht man alle Stationen seines Lebens noch einmal vorübergehen