Neunte Szene
Der weiße und der schwarze Tod
Der noch sehr junge Gabriele kniet an der Seite seines Vaters vor dem aufgebahrten
Leib seiner toten Schwester, die, von vier Kerzen umrahmt und nur von einem schwarzen
Tuch bedeckt daliegt. In seiner Verzweiflung denkt er an den von ihm so sehr
gefürchteten Tod und kann ihn auch in zwei Figuren sehen. Die eine ist schwarz
und furchterregend, ein Bild, das sich die Menschen im allgemeinen vom Tod machen.
Die andere ist weiß und strahlend wie eine Braut; diese steht für den Gläubigen
für den Übergang zum wahren Leben.
.
Gabriele
... die Zeit geht dahin, der Tod kommt, die Ewigkeit
hat dich genommen, Luisa, Luisa meine Schwester.
Wie werde ich nur ohne Dich auskommen? Die Welt
ist wahrhaftig trügerisch, alles vergeht, alles endet.
Oh, Maria Luisa, wie sehr du mir fehlst...
Mein Herr, mein Herr, warum nahmst du sie fort?
Soll dies eine Strafe für mich sein?
... das, was das Joch des Herrn lieblich werden lässt,
ist die Hoffnung, dass von einem Tag auf den anderen,
wenn unser elender Körper vergeht, wir uns für immer
an Gott erfreuen können...